Was ist und wie wirkt Osteopathie?

Aktualisiert: Okt 19

Die Osteopathie bearbeitet vereinfacht gesagt sämtliche Körperstrukturen, um eine freie Beweglichkeit zu gewährleisten. Eine eingeschränkte Beweglichkeit betrifft dabei keinesfalls nur Muskeln und Gelenke, sondern auch Nerven, Eingeweide oder Bänder, die ebenfalls in ihrer Funktion beeinträchtigt sein können. Die Osteopathie beachtet alle diese Zusammenhänge und betrachtet somit den menschlichen Organismus als untrennbare Einheit aller körperlicher Strukturen. So werden in jeden Handgriff alle betroffenen Organstrukturen gleichermassen mit einbezogen.


Ein wichtiger Punkt: Verklebte Faszien lösen


Zusätzlich sind alle Strukturen und Organe von Faszien, also dünnen Bindegewebshüllen, umgeben und durch diese miteinander verbunden. Faszien schützen die Organe und Strukturen und sorgen dafür, dass sich diese – je nach unseren Bewegungen – verschieben können, ohne ihren ursprünglichen Platz zu verlassen.


Faszien können verkleben, z.B. durch Verwachsungen als Folge von Operationen, durch Störungen der betreffenden Organe oder durch Ablagerungen von Stoffwechselschlacken. Diese Verklebungen führen ebenfalls zu Blockaden im Körper und erschweren die Verschiebbarkeit der Organe und Strukturen zu einander. Bei Rückenschmerzen z.B. denkt man üblicherweise nicht sofort an eine Funktionsstörung des Magens, die allerdings durchaus für die Beschwerden verantwortlich sein kann. Ein Therapeut betrachtet daher bei seiner Untersuchung stets den gesamten Organismus und nicht nur denjenigen Körperteil, der vom Patienten als schmerzend empfunden wird.


Und wie wirken osteopathische Techniken?


Um zu verstehen, wie die Osteopathie wirkt, ist es ferner wichtig, sich mit den Selbstheilungskräften des Körpers zu beschäftigen. Der menschliche Organismus ist unablässig Belastungen und Angriffen durch Bakterien und Viren ausgesetzt, muss sich um die Reparatur kleinerer Verletzungen von Haut und Blutgefässen kümmern und dafür sorgen, dass giftige Stoffe über die verschiedenen Ausscheidungsorgane aus dem Körper transportiert werden. Der gesunde Körper, der in seinen unterschiedlichen Funktionen nicht eingeschränkt ist, bewältigt diese Aufgaben ohne Probleme.


Je stärker jedoch die Beweglichkeit eines Körperteils in Mitleidenschaft gezogen ist, desto anfälliger wird der Organismus für Erkrankungen. Seine Fähigkeit, sich selbst zu heilen, ist zwar deshalb nicht verschwunden, aber verringert. Er versucht zusätzlich seine Schwäche auf irgendeine Art zu kompensieren, was aber nun wieder zu vermehrter Anspannung und damit wiederum zu Einschränkungen der Beweglichkeit.


Die Osteopathie versucht, diese Einschränkungen der Beweglichkeit zu lösen und dadurch die Selbstheilung des Körpers wieder in Gang zu setzen.


In meiner Praxis arbeite ich als Naturheilpraktiker für Traditionelle Europäische Naturheilkunde als Teil der Reflexzonentherapie und Arbeit im Bindewebe nach den Gesichtspunkten der Humoralmedizin und nütze osteopathische Techniken, um die Ordnung im Körper wiederherzustellen und Blockaden zu lösen. Zum Einsatz kommen Techniken der parietalen Osteopathie und der viszeralen Osteopathie.


Die parietale Osteopathie – die auch oft als strukturelle Osteopathie bezeichnet wird – erkennt und behandelt Störungen des Muskel-Skelett-Systems. Mithilfe der parietalen Osteopathie können Blockaden in Gelenken, Verklebungen im Bindegewebe / Faszien und Verspannungen in Muskeln behandelt werden.


Die viszerale Osteopathie ist die Behandlung innerer Organe. Die meisten Organe im Brust-, Bauch- und Beckenraum sind vom Bauchfell umschlossen und durch Bindegewebe mit anderen Organen verbunden. Treten funktionelle Erkrankungen genau jener Organe auf, ist laut der Auffassung der viszeralen Osteopathie nicht selten eine Störung der Organbewegung der Grund. Ist die Beweglichkeit von Organen beeinträchtigt, sind Funktionsbeeinträchtigungen der Organe nicht ausgeschlossen. Durch Reflexe können diese Störungen auch an das Skelettsystem weitergegeben werden. Demzufolge können Funktionsstörung der inneren Organe auch Beschwerden des Bewegungsapparats hervorrufen und über diese Art Reflexzonentherapie ausgeglichen werden.